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ein Tag in der Vergangenheit

JOKL7127Vor Kurzem habe ich ein Interview der NZZ mit Nicola Spirig nach dem olympischen Rennen gelesen. Auf die Frage nach ihrem Selbstvertrauen hat sie in Bezug auf ihren Sieg in London 2012 gesagt: … Schon am Tag danach ist der Sieg ein Teil der Vergangenheit…“ … und so ist es auch mit Niederlagen.

Wichtig ist nur eine Abrechnung oder Analyse von einem jeden Rennen, egal ob gut oder weniger gut und dass man ehrlich mit sich selbst ist: Und ja - mein Rennen war kein gutes Rennen und ja ich war auch sauer und enttäuscht darüber - ich weiß aber eben auch woran es gelegen hat und ich weiss dass ich diese Fehler oder Probleme -  abstellen kann:
Für das Ergebnis in diesem Rennen gab es einen Zeitraum von 2 min der über den Ausgang des Rennens in Bezug auf mich entschieden hat. Das waren die beiden Minuten nach dem Wechsel auf das Rad und die Fahrt das erste mal über den Anstieg und kurz danach. Ich habe diesen Anstieg unterschätzt, kleine technische und taktische Fehler gemacht und bin vielleicht auch noch nicht soweit bei den Frauen jedes Tempo mitzugehen. Nach dem Anstieg konnte ich aber doch noch kurz in die Spitzengruppe rollen, doch dann kam der zweite sehr kurze Anstieg, der richtig richtig schnell gefahren wurde und bei dem habe ich den Kontakt zur Spitzengruppe verloren - zunächst nur ein paar Meter - und damit aber am Ende doch auch ein gutes Ergebnis in diesem Rennen. Aufgrund der Fehler hatte ich aber auch keine Gelegenheit diesen Fehler in dem Rennen wieder gut zu machen.
Am Ende bin ich dann noch, aus meiner Sicht, auch nicht besonders gut gelaufen - egal ist das nicht aber wie schon gesagt ich kann mir Ziele setzten und ich habe noch viel zu verbessern und ich kann auf den Punkt top fit sein.

DM Hannover 2102Wenn mir vor vier Jahren jemand gesagt hätte dass ich in vier Jahren über mein Rennen bei den Olympischen Spielen in Rio schreibe - den hätte wohl jeder für verrückt erklärt. Ich kann mich noch gut an die Deutschen Meisterschaften der Jugend A in Grimma 2012 erinnern (meinem ersten Jahr Triathlon - damals wurde ich 19. und war schwer enttäuscht - >>> hier geht es zu den Ergebnissen von 2012<<<). 


Die Erfahrung, die ich auf dem Weg nach Rio 2016 und in diesem olympischen ersten Rennen gesammelt habe, die sind so wertvoll und auch schön für mich, dass ich mich schon eine halbe Stunde nach dem Zieleeinlauf schon wieder fast freuen konnte dabei gewesen zu sein und die Erfahrung gemacht zu haben.
Und Ja!!!! - Olympia ist etwas Besonderes - und ich will das gar nicht zu detailliert aus meiner Sicht beschreiben und auch gar nichts zu spezielles zu Rio aber ich verstehe jetzt noch mehr dass Olympia für sehr viele Sportler DAS Ziel ist und DIE Motivation für jahrelanges Training - etwas was meine Vorstellungen wirklich übertroffen hat. Dabei habe ich von dem ganzen drum herum noch wenig etwas miterlebt - mein Rennen war ja erst am vorletzten Tag…
IMG 5745Ich habe soviel gelernt auf dem Weg zu diesem Rennen - im Sport und in der Sportpolitik und ganz besonders hat mich gefreut das auch Cassandre Beaugrand in Rio gestartet ist - sie hat mich als Konkurrentin fast meine ganze Juniorenzeit begleitet und hat in Rio ihre erste olympische Distanz absolviert (sie kam direkt nach mir ins Ziel) - das hat die ganzen vier Jahre irgendwie abgeschlossen.

Nun beginnen vier neue Jahre - und ich hoffe jeder wird verstehen, dass ich das Ziel habe noch einmal zu olympischen Spielen zu fahren und dass ich das Ziel habe dort viel besser zu sein und dass das auch so sein wird sonst will ich da nicht hin!
Denn, und jetzt kann ich wieder Nicola Spirig aus dem NZZ Interview zitieren: „… Es ist ja nicht so dass es mir immer Spaß machen würde … an meine Grenzen zu gehen. Ich mache das nicht weil ich es lässig finde, sondern weil ich auf ein Ziel hinarbeite. Der Weg interessiert mich, aber ich gehe ihn wegen des Ziels.“

Ich bedanke mich bei allen Unterstützern und Förderern meiner ersten vier Triathlon-Jahre: bei ROSE-Bikes, bei Erwin Rose, Petra Hügging, Benjamin Topf, Christian Brumen und allen anderen Mitarbeitern, bei DT Swiss (Alexander Schmitt), bei der Deutschen Sporthilfe, der Brandenburgischen Sporthlife, Dem Olympiastützpunkt Brandenburg, dem Land Brandenburg, AMANZINI, Vita Coco … und natürlich meinem Trainer Ron Schmidt, meinem Freund, meiner Mama und meiner ganzen Familie.

ein paar Bilder vor dem Renntag

Bilder vom Renntag